Hier einige Bemerkungen zum Thema Auswilderung von Argus oder anderen von mir gesundgepflegten Tieren:

Viele Menschen haben Bedenken, daß ein in Menschenhand großgezogenes Tier für die Wildnis untauglich wird. Das liegt einfach am täglichen Umgang mit dem Menschen, der Pfleger muss ja das Tier auch berühren, z.B. um die Kugel von Argus zu entfernen. Die tägliche Nähe des Menschen sorgt für einen Verlust der Scheu und der Fluchtdistanz.
Das beeinträchtigt die Überlebenstauglichkeit der Wildtiere derzeit nicht mehr. Vor 100 Jahren war das sicher anders als heute. Viele frei lebende Tiere sind inzwischen fester Bestandteil der Städte und Gemeinden geworden. Eine Fluchtreaktion gegenüber dem Menschen wie in früheren Zeiten ist oft kaum noch vorhanden.
Argus stammt auch aus einem Wohngebiet. Durch die Wohnraumverengung wurde das Brutrevier sicherlich "eingemeindet". Allerdings habe ich die Eule trotzdem bewusst NICHT auf Zurufe dressiert. Sie reagiert also anders als Haustiere auf keinerlei Kommando, um zum Menschen zu kommen, obwohl dadurch die Flugübungen für mich wesentlich stressiger sind. Argus fliegt nicht zu mir zurück, ich muss ihm hinterherlaufen ;).

Ein paar Bilder aus dem Stadtzentrum von Thale, meiner Heimatstadt am Harz, belegen das:

Ente 1
Mitten in der Stadt

Ente 2
Hinter dem Freßmarktbereich ist unser Rathaus zu sehen.

Ente 3
Auf dem Parkplatz verkehren jeden Tag tausende Menschen, den Enten ist das egal :)

Ente 4

Ente 5